Großbrand Recyclingbetrieb

Am 02.12.2016 kam es vormittags im Bonadieshafen zu einem Brand in einem dortigen Recyclingbetrieb.

Beim Alarm um 11.20 Uhr fuhren aufgrund der Meldung zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr direkt zur Einsatzstelle und forderten aufgrund der Lage kurz nach dem Eintreffen weitere Kräfte an.

Kurz nach 12:30 Uhr erfolgte dann ein Gesamtalarm für die Feuerwehr Mannheim.

Während des Einsatzes, welcher sich bis in den Samstag Morgen zog, waren neben zahlreichen Rohren zeitweise auch neun Wasserwerfer im Einsatz. Somit ergab sich eine Wasserabgabe von bis 15.000 Litern pro Minute.
Eingesetztes Schaummittel kam ergänzend unter anderem von den Feuerwehren Ludwigshafen, Karlsruhe und Landau.

Aus Sicht Rhein-Galerie Ludwigshafen
Luftaufnahme (morgenweb.de/ Heliseven GmbH)

Bericht Mannheimer Morgen: Riesige Rauchwolke wabbert über dem Mannheimer Norden

Am Abend rückt dann auch noch das Technische Hilfswerk (THW) an, installiert Scheinwerfer, bringt zusätzliche Pumpen, verpflegt die Einsatzkräfte: Bis mindestens spät in der Nacht zum Samstag, womöglich noch länger, ziehen sich die Löscharbeiten in einem Recyclingbetrieb im Bonadieshafen hin, wo am Freitag gegen 11.20 Uhr aus bisher ungeklärter Ursache eine Halde mit 2000 Tonnen Schredder-Vormaterial in Brand geraten ist.

Eine immense Qualmwolke weist den Feuerwehrleuten den Weg in die Lagerstraße. Hier, bei der 60 Mitarbeiter zählenden Firma TSR Recycling, früher Thyssen Sonnenberg, türmen sich Metallreste auf. TSR-Niederlassungsleiter Vassilios Papadakis spricht von "Mischschrott", vom Bürostuhl bis zum Regal, meist von Pkw-Karosserien. Die Polizei nennt 90 Prozent Metallreste, zehn Prozent Kunststoffanteile - jedoch "keine toxischen Stoffe", so die Beamten. Es steigt beißender Rauch auf, eine Fläche in einem Durchmesser von 40 Metern ist komplett verqualmt, die graue Wolke wabert durch das Hafengebiet, steigt kaum auf, zieht Richtung Norden.

Zu den zwei Löschzügen der Berufsfeuerwehr, die zunächst anrücken, mobilisiert die Leitstelle schnell alle verfügbaren Kräfte, darunter Ehrenamtliche aller Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr. Sie kommen entweder in den Hafen oder besetzen die leeren Wachen.

"Das Umfeld mit Schaum abdecken und so schützen, damit sich der Brand nicht ausbreitet" - das gibt Einsatzleiter Bernhard Kunkel zunächst vor. Dann geht es darum, die Flammen einzudämmen. Das Feuerlöschboot legt an, spritzt vom Bonadieshafen aus auf die Halde und pumpt zugleich Wasser aus dem Hafenbecken. Dort wird auch das "Holland Fire System" postiert, das ebenso große Mengen Wasser fördert und aus gleich zwei schenkeldicken Schläuchen zur Einsatzstelle drückt. Dort sind sieben Werfer postiert, dazu weitere Strahlrohre - zehn bis 15 Kubikmeter Wasser pro Minute prasseln über Stunden hinweg auf die dampfende, brennende Halde.

Um immer steigt weiter eine riesige Rauchsäule auf. Die Stadt löst die Warn-Apps "Katwarn" und "Nina" aus, bittet per Radio, in den Stadtteilen Neckarstadt, Luzenberg, Waldhof, Sandhofen, Schönau, Gartenstadt und Jungbusch alle Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftung- und Klimaanlage auszuschalten, da es zu Atemwegsreizungen kommen kann. "B 44 und Frankenthaler Straße ist eine dichte Dunstglocke, die Leute dort spüren ein Kratzen im Hals", erfährt Alexander Pistorius, Einsatzleiter Rettungsdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes, auf der Anfahrt. Er mobilisiert die Schnelleinsatzgruppe der Johanniter, sollte etwas passieren - aber es gibt bis zum Abend keine Verletzten.

Zu den Rettungswagen rollt in der Lagerstraße weiter ständig Nachschub der Feuerwehr an. Eine Einsatzleitung wird aufgebaut, es kommen Container mit Pressluftatmern, mit Schaummittel. "Wir mischen in das Löschwasser ein leichtes Schaum-Netzmittel, damit wir tiefer in den Materialberg eindringen, so dort die Glut ersticken können", erläutert Karlheinz Gremm, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr, die Einsatztaktik. Aber er ahnt schnell: "Das zieht sich bis in den Abend und wird zur Nachtaktion!"

Tatsächlich kann Kunkel am Nachmittag nicht einmal "Feuer unter Kontrolle" melden. Man komme "relativ mäßig" voran. Zudem tun sich plötzlich Probleme auf: Die riesige Menge Löschwasser droht, die Rangiergleise am Damm zum Bonadieshafen zu unterspülen - dort muss also abgepumpt werden. Die Feuerwehrleute bemühen sich, es dann einfach wieder in den Brandherd zu spritzen. Zudem kann die Kanalisation die Wassermassen nicht alle aufnehmen, Feuerwehr und Stadt wollen die Flüssigkeit aber geordnet ins Klärwerk leiten und nicht im Hafen versickern lassen.

Mit Hilfe eines Baggers und eines Radladers der Firma zerren die Feuerwehrleute dann nach und nach die geschmolzene, verrußte und glimmende Masse der Halde auseinander, löschen kleine Klumpen Stück für Stück ab. "Das dauert", weiß Kunkel. Rund 70 Männer und Frauen hat er zu dieser Zeit im Einsatz - dazu kommen die Experten der Analytischen Task Force von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr Neckarau, die mit Messfahrzeugen im Norden unterwegs sind.

Am späten Nachmittag bauen 30 Mitglieder vom THW Mannheim und Ladenburg dann Scheinwerfer und Strahler auf, bringen weitere Pumpen in Stellung - und zehn weitere Helfer kochen. Für 150 Einsatzkräfte gibt es am Abend Geschnetzeltes mit Reis, um Mitternacht Nudeln-Bolognese. Auch ein Frühstück wird geordert. Ob das Feuer dann wirklich aus ist, weiß da noch keiner.

Quelle: Mannheimer Morgen / morgenweb.de   03.12.2016



Bericht Mannheimer Morgen: Brand gelöscht - keine Verletzten

MANNHEIM. Der Brand in einem Recyclingbetrieb im Mannheimer Bonadieshafen ist gelöscht. Wie die Stadt Mannheim mitteilte, waren die Einsatzkräfte der Feuerwehr bis in die Nacht vor Ort. Gegen 23 Uhr wurde "Feuer aus" gemeldet, bis 2.30 Uhr waren die Feuerwehrleute noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Bis zum Morgen befand sich eine Brandwache an der Einsatzstelle, um zu kontrollieren, dass das Feuer nicht erneut auflodert.

Der Brand war am vergangenen Freitagmorgen gegen 11.20 Uhr auf einer Halde mit 2000 Tonnen Schredder-Vormaterial der Firma TSR Recycling ausgebrochen.

In Folge des Brandes war es zu starker Rauchentwicklung gekommen. Eine Fläche in einem Durchmesser von 40 Metern war komplett verqualmt, die graue Wolke waberte durch das Hafengebiet, stieg kaum auf und zog Richtung Norden. Die Stadt löste die Warn-Apps "Katwarn" und "Nina" aus, bat per Radio, in den Stadtteilen Neckarstadt, Luzenberg, Waldhof, Sandhofen, Schönau, Gartenstadt und Jungbusch alle Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftungs- und Klimaanlage auszuschalten, um Atemwegsreizungen zu verhindern.

"B 44 und Frankenthaler Straße ist eine dichte Dunstglocke, die Leute dort spüren ein Kratzen im Hals", sagte Alexander Pistorius, Einsatzleiter Rettungsdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes, auf der Anfahrt. Nach bisherigen Informationen wurde jedoch niemand verletzt.

Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks leuchteten die Einsatzstelle aus. Im Lauf des Samstags sollten die Schläuche eingerollt sowie alle Materialien abgeräumt werden und die letzten Feuerwehrleute auf die Wachen zurückkehren. Die Suche nach der Brandursache geht am Montag weiter. Das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde hatte bereits am Freitag verfügt, dass neben den Ermittlern der Wasserschutzpolizei ein Brandsachverständiger eingeschaltet werden soll. (pwr/pol/leh)

Mannheimer Morgen / morgenweb.de  03.12.2016


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